Europa den Reichen? Die Eurokrise und der Abschied von der sozialen Gerechtigkeit zurück zur Übersicht


Donnerstag, 17.09.2015
Liebe Mitglieder, liebe Gäste

Der Ruf nach «Sozialer Gerechtigkeit» hat einen guten Klang und ist ein Grundsatz für jede Demokratie. Wer wollte dem nicht zustimmen? Nur ist mit einer Umverteilung des Reichtums das Problem gelöst? Soll man die Reichen kräftig abzocken und die Armen gütigst beschenken? Was würde nach dem Strohfeuer der puren Gleichmacherei passieren?

Was allerdings jetzt durch die Griechenlandkrise entstanden ist, entfacht ganz andere Massnahmen. Hier nimmt die «Umverteilung» bereits groteske Züge an. Die sogenannten «Rettungspakete» für einen korrupten Staat haben den griechischen Multimillionären enorme Summen in die Kasse gespühlt, während die einfache Bevölkerung unter den Kürzungsdiktaten zu leiden hat. Die Aktionäre freuen sich über das Billionen-Ankaufsprogramm der Europäischen Zentralbank, aber die Zeche zahlt der einfache Bürger, und zwar nicht nur in Griechenland.

Rentenkürzungen, Lohnsenkungen, Steuererhöhungen, Verlust des Arbeitsplatzes und ein sukzessives Abbröckeln der sozialen Infrastruktur sind Alarmsignale einer verfehlten Wirtschaftspolitik. «Soziale Gerechtigkeit» ist unter diesen Umständen zur Utopie geworden. Wie aber lassen sich demokratische Grundrechte wieder ins Lot bringen? Wie könnten Strategien für einen gerechten Ausgleich realisiert werden?

Dr. Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, deutsches Politikerpaar der «Linken», Dr. Christoph Blocher, Alt-Bundesrat, Vizepräsident SVP und Unternehmer sowie Ralph Winter, Gründer der Corestate Capital und Vorsitzender des Investment Committees haben sich bereit erklärt, in eine kontradiktorische Diskussionsrunde zu treten. Unter der pointierten und fordernden Moderationsregie von Roger Köppel, Herausgeber «Die Weltwoche», werden sie ihren Argumenten stichhaltiges Profil geben. Der Gegensatz der einzelnen Positionen verspricht Vielfalt und hochmotivierte Spannung.

Lassen Sie sich inspirieren und bereichern Sie die Diskussion mit Ihren Fragen.
Wir freuen uns auf Sie!

Guido Persterer           Janusch Z. Raft
Präsident                     Vize-Präsident


Dr. Sahra Wagenknecht (geb. 1969) ist seit 2011 Erste Stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, zuvor war sie wirtschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Bevor sie 2009 in den Bundestag gewählt wurde, war Sahra Wagenknecht bis 2009 Abgeordnete im Europaparlament. Nach ihrem Studium der Neueren Deutschen Literatur und Philosophie in Jena, Berlin und Groningen, das sie 1996 abschloss, promovierte Sahra Wagenknecht 2012 in Chemnitz in Wirtschaftswissenschaften. Von 1991 bis 1995 und von 2000 bis 2007 war Sahra Wagenknecht Mitglied des Parteivorstands der PDS, später Linkspartei.PDS. Seit Gründung der Partei DIE LINKE im Jahr 2007 gehörte sie bis 2014 dem Vorstand der Partei an, von 2010 bis 2014 war sie stellvertretende Parteivorsitzende. Sahra Wagenknecht ist Autorin diverser Bücher, zuletzt «Freiheit statt Kapitalismus» (Neuaufl. 2012). Sahra Wagenknecht ist designierte Co-Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag ab Oktober 2015.

Oskar Lafontaine (geb. 1943) war im Verlauf seines politischen Lebens Oberbürgermeister in Saarbrücken, Ministerpräsident des Saarlandes, Vorsitzender der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und deutscher Bundesfinanzminister. 1999 legte er seine politischen Ämter aus Kritik am rot-grünen  Regierungskurs von Bundeskanzler Schröder nieder. Von 2005-2009 war Lafontaine mit Gregor Gysi Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Von 2007-2010 war er neben Lothar Bisky Parteivorsitzender der neugebildeten Partei Die Linke. Seit 2009 führt er die Fraktion der Linken im saarländischen Landtag. Seit 2010 ist er Vorsitzender der Internationalen Kommission der Partei Die Linke.

Dr. Christoph Blocher (geb. 1940): Studium Rechtswissenschaften an der Universität Zürich. Politik: 1979-2003 Mitglied des Nationalrates, 1977-2003 Präs.SVP des Kt. ZH, 1975-1980 Mitglied des Kantonsrates ZH, Präs. AUNS von 1986–2003. 2003 Wahl in den Bundesrat, 2004-2007 Vorsteher EJPD., 2007 Abwahl aus dem Bundesrat, Vizepräs. SVP Schweiz seit 2008, 2011-2014 Mitglied des Nationalrates. 2014 Präs. Überparteiliches. Komitee Nein zum schleichenden EU-Beitritt. Wirtschaft: Ab 1972 Direktionsvorsitzender und Delegierter des VR der EMSCHEMIE AG, ab 1972 Mitglied diverser VR der Emser-Gruppe, 1983 Übernahme der Aktienmehrheit der EMSCHEMIE HOLDING AG, 1984-2003 Präsident und Delegierter des VR der EMS-CHEMIE HOLDING AG. VR-Mandate in der EMS-Gruppe, VR-Mitglied diverser Schweizer Industrieunternehmen, seit 2008 Präsident und Eigentümer von Robinvest AG, seit 2014 Beteiligung an der BAZ mit Einsitz
im VR.

Ralph Winter ist Gründer und Senior Advisor der CORESTATE Capital mit Sitz in Zug. Er verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Immobilienbranche und hat im Laufe seiner Karriere gemeinsam mit anderen Investoren rund 5 Mrd. € in Immobilien investiert. Zu den wichtigsten Transaktionen, die Ralph Winter begleitet hat, gehört zum Beispiel die Akquisition der Berliner GSW in 2004, die über 70.000 Wohneinheiten umfasste. Seit 2006 bis heute setzt er mit der CORESTATE die Club Deal Strategie um und legt in Wohn- und Gewerbeimmobilien mit Wertsteigerungspotenzial vorwiegend in Deutschland, Österreich und Spanien an.
Ralph Winter verfügt über ein umfassendes Netzwerk in der nationalen und internationalen Immobilienwirtschaft sowie in der deutschen Politik und ist Mitglied der Beiräte des Real Estate Management Institute (REMI) der European Business School und der IREBS Immobilienakademie GmbH in Eltville im Rheingau. Ebenso ist er Mitglied im ULI Germany Executive Committee und im Beirat der ehrenamtlichen Selbstinitiative Jugend gegen AIDS e.V.
 

Roger Köppel (geb. 1965): 1988 startete er seine journalistische Laufbahn bei der NZZ und arbeitete dort während 7 Jahren in unterschiedlichen Ressorts.
1995 Abschluss Studium Politische Philosophie und Wirtschaftsgeschichte in Zürich. Beim Tages-Anzeiger war er ab 1994 Kulturredaktor. 1997 wurde er Chefredaktor des Tages-Anzeiger-Magazins, 2000 stellvertretender Chefredaktor des Tages-Anzeigers. Seit 2001 ist er Chefredaktor der Weltwoche. 2004 wechselte Roger Köppel in der Funktion des Chefredaktors zur Tageszeitung «Die Welt» in Berlin. Seit 2006 ist er Verleger und Chefredaktor der von ihm neu gegründeten Weltwoche Verlags AG.


Programm
18.00 Uhr Einlass und Empfang
18.30 – ca. 20.00 Uhr Referat, Podiumsdiskussion
anschliessend Apéro im Foyer
anschliessend Abendessen im Restaurant Lake Side

Ort der Veranstaltung
RESTAURANT LAKE SIDE
Bellerivestrasse 170
8008 Zürich
www.lake-side.ch

Kosten
Gäste sind sehr herzlich willkommen und bezahlen für das Referat und die Podiumsdiskussion inklusive Networking-Apéro einen Beitrag von CHF 80.-. Die Kosten für das Abendessen betragen CHF 120.- (3-Gang-Menu inkl. Wein, Getränke und Café).

Anmeldeschluss
Ihre Anmeldungen erwarten wir gerne bis spätestens Donnerstag, 10. September 2015. Sie erhalten keine Teilnahmebestätigung, die Anmeldung ist mit ihrem Eingang bei uns registriert. Wir bitten um Verständnis, dass wir No-shows und Abmeldungen nach Anmeldeschluss verrechnen müssen. Die Kosten für Gäste und das Abendessen werden nach der Veranstaltung in Rechnung gestellt.

Anmeldung
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